Selbstliebe beginnt nicht damit, jeden Teil von dir lieben zu müssen. Sie beginnt dort, wo du dir selbst mit mehr Verständnis, Geduld und Wärme begegnest. Dieses Ritual lädt dich dazu ein, für einen Moment ganz bei dir anzukommen, dich bewusst wahrzunehmen und dir selbst die Aufmerksamkeit zu schenken, die du so oft anderen gibst.

selbstliebe ritual

1. Schaffe einen Raum nur für dich

Suche dir einen ruhigen Ort, an dem du für eine Weile ungestört bist.

Entzünde eine Kerze, mach es dir gemütlich und schaffe eine Atmosphäre, in der du dich geborgen fühlst. Wenn du möchtest, kannst du räuchern, leise Musik einschalten oder einen Edelstein wie Rosenquarz als symbolischen Begleiter neben dich legen.

Setze dich bequem hin und atme einige Male langsam ein und aus.

Für die nächsten Minuten musst du für niemanden etwas sein.

Dieser Moment gehört dir.

2. Wie geht es mir eigentlich?

Bevor du versuchst, dir etwas Positives zu sagen, darfst du zunächst ehrlich bei dir ankommen.

Frag dich:

Wie geht es mir gerade wirklich?

Nicht, wie es dir gehen sollte.
Nicht, wie du nach außen wirkst.
Sondern wie es sich in dir anfühlt.

Vielleicht bist du zufrieden und voller Energie.

Vielleicht müde.

Vielleicht zweifelst du gerade an dir.

Vielleicht gibt es etwas an dir oder deinem Leben, mit dem du momentan kämpfst.

Du musst dieses Gefühl nicht verändern.

Du darfst es zunächst einfach wahrnehmen.

3. Schau auf dich mit anderen Augen

Nimm nun Papier und Stift zur Hand.

Schreibe drei Dinge auf, die du an dir schätzt.

Und versuche dabei, nicht nur an dein Äußeres zu denken.

Vielleicht bist du stolz darauf, wie viel du schon durchgestanden hast.

Vielleicht liebst du deinen Humor.

Deine Kreativität.

Deine Empathie.

Deinen Mut.

Deine Art, für andere da zu sein.

Oder vielleicht fällt dir heute nur eine einzige Sache ein.

Dann reicht auch eine.

Frag dich anschließend:

„Was würde ein Mensch, der mich liebt, heute über mich sagen?“

Schreib die Antwort auf.

Manchmal sehen wir uns selbst mit einer Härte, mit der wir niemals auf einen Menschen schauen würden, den wir lieben.

4. Finde deine Worte

Wähle nun eine Affirmation, die sich für dich glaubwürdig und richtig anfühlt.

Zum Beispiel:

„Ich bin genug.“

„Ich darf liebevoll mit mir umgehen.“

„Ich muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein.“

„Meine Bedürfnisse dürfen Raum bekommen.“

„Ich darf Grenzen setzen.“

„Ich bin stolz auf den Weg, den ich bereits gegangen bin.“

„Ich darf lernen, mich selbst mit liebevolleren Augen zu sehen.“

Gerade der letzte Satz kann wunderschön sein, wenn sich ein direktes „Ich liebe mich“ noch zu groß oder unehrlich anfühlt.

Selbstliebe muss nicht mit großen Worten beginnen.

5. Die Spiegelübung

Wenn du dich damit wohlfühlst, nimm einen Spiegel oder stell dich vor deinen Spiegel.

Schau dir zunächst einfach in die Augen.

Nicht auf deine Haare.

Nicht auf deine Haut.

Nicht auf das, was du normalerweise sofort beurteilst.

Schau dir selbst in die Augen.

Sprich deine gewählte Affirmation langsam aus.

Vielleicht fühlt es sich ungewohnt an. Vielleicht musst du lachen. Vielleicht berührt es etwas in dir.

Alles davon ist in Ordnung.

Du musst dir deine Worte heute noch nicht vollständig glauben.

Vielleicht reicht zunächst:

„Ich möchte lernen, so mit mir zu sprechen, wie ich mit einem Menschen sprechen würde, den ich liebe.“

6. Was brauche ich von mir?

Schließe deine Augen noch einmal und leg, wenn es angenehm ist, eine Hand auf dein Herz.

Frag dich:

„Was brauche ich gerade von mir selbst?“

Vielleicht lautet die Antwort:

Ruhe.

Eine Grenze.

Mut.

Vergebung.

Zeit.

Mehr Vertrauen.

Weniger Druck.

Oder einfach ein bisschen mehr Freundlichkeit mit dir selbst.

Schreib deine Antwort auf.

Und dann kommt die vielleicht wichtigste Frage dieses Rituals:

„Was kann ich heute tun, um mir genau das zu geben?“

Wähle eine kleine Handlung.

Nicht irgendwann.

Nicht „ab jetzt werde ich mein ganzes Leben verändern“.

Nur heute.

7. Ein kleines Versprechen an dich

Nimm deinen Zettel noch einmal in die Hände.

Lies dir durch, was du über dich geschrieben hast.

Dann formuliere ein kleines Versprechen an dich selbst.

Zum Beispiel:

„Ich verspreche mir, meine eigenen Bedürfnisse nicht immer zuletzt zu sehen.“

Oder:

„Ich verspreche mir, heute ein wenig sanfter mit mir zu sein.“

Oder einfach:

„Ich bin auf meiner Seite.“

Lass die Worte einen Moment wirken.

8. Abschluss

Bedanke dich zum Abschluss bei dir selbst.

Nicht dafür, dass du alles richtig gemacht hast.

Sondern dafür, dass du dir diesen Moment geschenkt hast.

Lösche deine Kerze sicher und bewahre deinen Zettel an einem Ort auf, an dem du ihn wiederfinden kannst.

Vielleicht möchtest du deine Affirmation an deinen Spiegel hängen, in dein Portemonnaie legen oder als kleine Erinnerung in dein Handy schreiben.

Und wenn du morgen wieder kritisch mit dir bist, bedeutet das nicht, dass dieses Ritual „nicht funktioniert“ hat.

Selbstliebe ist kein Zustand, den wir irgendwann erreichen und anschließend für immer behalten.

Sie ist eine Beziehung zu uns selbst – und Beziehungen brauchen Aufmerksamkeit, Ehrlichkeit, Geduld und Fürsorge.

Dein kleines Selbstliebe-Ritual für den Alltag 💗

Du kannst jederzeit zu einer einzigen Frage zurückkehren:

„Wie würde ich jetzt mit mir umgehen, wenn ich jemand wäre, den ich sehr liebe?“

Und vielleicht entscheidest du dich dann dafür, ein kleines bisschen sanfter mit dir zu sein.

Du musst nicht jeden Teil von dir lieben, um anzufangen, dich liebevoll zu behandeln.

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